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Sie befinden sich hier Wo bin ich?   Seitenende Di, 07.02.2012   


Die Sage vom Jäckle
Mythos oder Wirklichkeit? Die Geschichte des im 17. Jahrhundert lebenden Bergfelder Viehhirtens Johann Jäkle.

Man findet es nicht, wenn man sich nicht vorher eingehend bei Einheimischen danach erkundigt hat, und man sieht es fast nicht, auch wenn man sich ihm bis auf wenige Meter genähert hat:
Das "Jäkle-Grab" von Bergfelden

Es ist kein Wallfahrtsort, dieses Grab, eher eine Art Geheimtip für ortskundige Wanderer, die mit der Geschichte ihrer engeren Heimat etwas vertraut Jaeklegrab sind und sich von alten Bergfeldenern vielleicht einmal die Sage vom Johann Jäkle und seinem Grab haben erzählen lassen. Es muß irgendwann im 17. Jahrhundert gewesen sein, als der Jäkle-Johann, vermutlich ein Waldarbeiter, das Zeitliche segnete.

Wer und was er zu Lebzeiten genau war, das kann heute niemand mehr sagen, sicher ist nur soviel: Noch als Toter muß er eine Art Spaßvogel gewesen sein, denn als man ihn auf dem Bergfelder Friedhof begraben wollte, habe er, heißt es, nicht gutgetan - was auch immer damit gemeint sein soll. Auf jeden Fall war klar, daß der Jäkle nicht auf dem Friedhof, sondern in seinem geliebten Wald begraben sein wollte. Deshalb die Vermutung es habe sich um einen Waldarbeiter gehandelt.

Keine leichte Aufgabe
Die sterblichen Überreste vom Johann Jäkle wurden also auf einen Karren gelegt und mit Pferden in den Wald transportiert. Doch auch auf dieser Fahrt noch spukte der Jäkle kräftig herum, denn immer wenn es bergauf gegangen sei, so erzäht die Sage, hätten sich die Bremsen angezopen, und die armen Pferde hätten es kaum verschnaufen können, bis sie ihre Fracht den Berg hinaufgebracht hätten. Sei es aber bergab gegangen, hätten sich die Bremsen gelöst, und die Pferde hätten es nun kaum vergaloppieren können, so sehr habe der Wagen mit dem toten Spaßvogel darauf geschoben.

Als dann schließlich die Begräbnisstelle mitten im Wald gefunden und ein Grab ausgehoben war, wurde der Sarg mit Johann Jäkle in die Erde gelassen, wobei die Bäume sich verneigt und ihre Wipfel gesenkt hätten. Seitdem hat der Jäkle seine Ruhe, und Waldarbeiter - früher zogen sie den Hut, wenn sie an seinem Grab vorbeigingen - pflegen bis auf den heutigen Tag die Grabstelle des Johann Jäkle.

Ein Gästebuch der besonderen Art
Am Jäklegrab findet sich neben einem eingezäunten Blumenbeet und einem einfachen Birkenkreuz ein von einem Bürger des Ortes gebautes Kästchen, in dem eine Art Gästebuch jeden Besucher einlädt, sich hier zu verewigen, was die meisten - so ist angesichts der Fülle von Eintragungen zu vermuten - auch tun. Das Buch allein ist eigentlich schon die Wanderung zum Jäklegrab wert, denn von nachdenklichen Sätzen über den Sinn des Lebens und Betrachtungen über die Landschaft bis hin zu mehr oder weniger witzigen und derben Sprüchen umd Kritzeleien enthält das Buch alles, was man sich an Eintragungen nur vorstetlen kann.

Gerade das ist eine eigentümliche Erfahrung, die man hier macht: wie sich unsere Mitmenschen am Grab eines Unbekannten ihre Gedanken machen, die einen werden nachdeklich, die anderen versuchen witzig zu sein, aus welchen Gründen auch immer - doch jeder berührt das Jäklegrab nur halt jeden auf seine Weise....

 
 
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