Helmut Schneckenburger ist der Frage nach der Herkunft des Bergfelder "Glockenloches" nachgegangen und dabei
auf zwei mögliche Ursachen gestoßen.
Auf der Dicke (663 ü.M.) bei der Pflanzschule und heutigem Waldrastplatz am
Bernsteinerweg ist nicht weit davon das Glockenloch zu erkennen. Es ist eine trichterförmige Vertiefung im Erdreich.
Schutz vor Soldaten im 30-jährigen Krieg
Durch Überlieferung wurde von jeher behauptet, daß die große Glocke im 30-jährigen Krieg vom Kirchturm
abgenommen und an dieser Stelle in Sicherheit gebracht, also dort vergraben wurde.
Es handelt sich um die Größte der Bergfelder Glocken mit dem Ton C und 32 Zentnern, die 1427 als "Osanna"- Glocke
gegossen wurde und, wie es in einer alten Oberamts- beschreibung von Sulz heißt, wegen ihres schönen Tons in der
ganzen Umgebung bekannt war.
Bergfelden war zu dieser Zeit Zentralkirche für das Mühlbachtal mit Sulz und Rosenfeld.
Da im 30-jährigen Krieg, in unserem Gebiet, die Soldaten großen Schaden anrichteten und belagerten,
ist anzunehmen, daß die Kirchenmitglieder ihre große Glocke im "beschriebenen Gebiet" vergraben hatten.
Die auf einem Schild am Glockenloch angebrachten Jahreszahlen 1618 und 1648 geben das vermutliche Jahr der
Eingrabung und der Ausgrabung an.
Bodenvertiefung von einer Doline?
Als zweite Vision kann die Bodenvertiefung auch von einer Doline sein, welche in unserem Gipskeupergebiet
etliche vorkommen.
Die Bergfelder glauben nach wie vor, auch wenn es nirgends dokumentiert ist, daß das Loch von der Ausgrabung
der Glocke entstanden ist.